Der Teekoster

Tea Taster
Das Verkosten des Tees ist der wichtigste Teil der Teeverarbeitung, da von ihm die Mischung und die Qualität des Fertigproduktes abhängt. Da Tee je nach Ernte und Jahreszeit geschmacklich und qualitativ unterschiedlich ist, ist es Aufgabe des Tea Tasters, diese Unterschiede zu erkennen und dementsprechende Kompositionen zusammenzustellen.

Teemuseum - Bünting in Leer Teeprobe
Für das Teevorkosten ist ein sorgfältiges, festgelegtes Vorgehen nötig, das den objektiven Vergleich verschiedener Sorten ermöglicht. Die Teeproben werden nebeneinander in kleine Gefäße gefüllt. Der Tea Taster hat für jede Probe einen Porzellanbecher der Standardgröße (140 ml Inhalt mit Deckel). Von jeweils 2,8 g Tee (entspricht dem Gewicht eines Sixpence-Stückes) wird ein Aufguß bereitet, der sechs Minuten ziehen muß. Dabei wird immer Wasser gleicher Qualität verwendet. Dann wird der Tee in eine Schale gegossen, und die Teeblätter werden in den Deckel der Teekanne geschüttet. Das Restwasser in den Blättern wird ausgedrückt und der Deckel mit den Blättern nach oben auf den Becher gelegt

Die eigentliche Teeprobe erfolgt in mehreren Schritten:

Um die charakteristischen Eigenschaften der Tees herauszufinden, untersucht der Verkoster zuerst die trockenen Blätter auf Farbe, Einheitlichkeit der Blätter oder der gebrochenen Teile, Rolle, Tips und Duft.

Anschließend prüft er die aufgegossenen Blätter, die "Infusion" genannt werden. Deren ideale Farbe sollte ein warmes Hellkupfer sein. Aus der Farbe und der Gleichmäßigkeit der Infusion läßt sich der Grad der Fermentation ablesen. Bei einer mangelhaften Fermentation sind die Teeblätter leicht grünlich, was bedeutet, daß sie noch Chlorophyll enthalten.

Auch der Dampf, der in dem Becher eingeschlossen war und beim Abnehmen des Deckels ausströmt, wird fachmännisch auf sein Aroma untersucht.

Den warmen Aufguß beurteilt der Verkoster sowohl nach seiner Farbe als auch natürlich nach seinem Geschmack. Das Getränk sollte eine kräftige, klare Farbe von deutlich rötlichem Einschlag haben, der einen schwach rosafarbenen Ring am Rand des Gefäßes hinterläßt. Je nach Sorte, Erntezeit oder Herkunftsland variiert die Farbe leicht.

Beim tatsächlichen Probieren schließlich wird das Getränk schlürfend eingesogen und zerstäubt. Dadurch kommt die Flüssigkeit in engsten Kontakt mit Zunge, Gaumen und Wangeninnenseite, die physiologisch sehr empfindlich auf Aroma, Stärke und Strenge des Geschmacks reagieren. Die Flüssigkeit wird nicht geschluckt, sondern in einen Napf gespuckt.

Auch auf Teeauktionen sind Verkoster tätig, um die Qualität einer Ernte zu bestimmen und somit letztlich auch den Preis auszuhandeln.

Mit freundlicher Unterstützung der Firma Teekanne

Bildquelle: Ostfriesland-Abisz - Copyright


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