Die Geschichte des Tees - Teil 2

"Ich interessiere mich nicht für die Unsterblichkeit,
sondern nur für den Geschmack des Tees"
Lo Tung, genannt der "Teenarr"


Wie fing alles an? China gilt als das Ursprungsland des Tees. Dort wurde bereits vor etwa 5000 Jahren die wohltuende Wirkung des Teeblatts beschrieben. Die Legenden, die sich um die Entdeckung des Tees ranken, sind jedoch zahllos. Beispielsweise erzählt eine Geschichte von dem chinesischen Kaiser Shen Nung (2737 v. Chr.), der sehr auf Sauberkeit achtete und sich aus diesem Grund sein Trinkwasser abkochte. Einmal wirbelten Teezweige aus dem Feuer in den Kessel und gaben dem Wasser ein angenehmes Aroma. Eine andere alte Sage berichtet von dem indischen Königssohn Bodhidharma, der sich die Augenlider ausriß, nachdem er seinen Schwur, sieben Jahre lang nicht zu schlafen, gebrochen hatte. Dort, wo sie zu Boden fielen, wuchs ein Strauß mit grünen Blättern. Bodhidharma kostete davon und fühlte sich hellwach und frisch - der Tee war entdeckt.

Das erste Buch des Tees
Im 8. Jahrhundert schrieb der Chinese Luh Yü im Auftrag einiger Teehändler ein dreibändiges Buch über Tee. Damit entstand die erste niedergeschriebene Geschichte des Tees, die zugleich eine Lobeshymne auf das inzwischen sehr beliebte Getränk war. Luh Yü wurde daraufhin noch in vielen Generationen als Schutzpatron des Tees verehrt.

Teekanne - Ostfriesland Tee Der Seeweg des Tees
Im Jahr 1610 kam die erste Teelieferung aus Japan auf Segelschiffen über Java nach Amsterdam. Über 50 Jahre waren die Holländer die einzigen Tee-Importeure, die ganz Europa mit dem Getränk versorgten. 1669 stiegen die Engländer ins Geschäft ein und ließen die Importe über die von ihnen gegründete "East India Company" laufen. Dieses Monopol bestand bis 1833. Um dieser Konkurrenz standzuhalten, baute man die sogenannten Teeclipper: Segelschiffe mit vier oder mehr Masten, scharfem Bug und schlankem Rumpf. Sie besaßen verhältnismäßig große Ladekapazität bei niedriger Tonnage und erreichten hohe Geschwindigkeiten. Einer der berühmtesten britischen Teeclipper ist die 1869 gebaute Cutty Sark, die heute noch in Greenwich an der Themse zu besichtigen ist. Im gleichen Jahr (1869) wurde der Suezkanal eröffnet. Dadurch wurde der Weg zu den Teeanbaugebieten um ca. 7000 km verkürzt. Damit wurde der Teetransport auch für Dampfschiffe möglich, die auf dieser Route genügend Möglichkeiten zum Bunkern der Kohle fanden. Das Ende der Teeclipper war gekommen, der Weg in das Zeitalter der modernen Handelsschiffahrt begann.

Der Landweg
Mitte des 17. Jahrhunderts kamen mit einer Karawane 200 Pakete Tee aus der Mongolei als Geburtstagsgeschenk an Michael I., den ersten russischen Romanow-Zaren. Die Karawanen zogen von Peking durch die Wüste Gobi, quer durch Sibirien, vorbei am Baikalsee und weiter zur Wolga. Noch bis in das 19. Jahrhundert sagte man dem russischen Karawanentee nach, er habe eine bessere Qualität als der auf dem Seeweg beförderte Tee, der in feuchten, geteerten und dumpf riechenden Laderäumen gelagert war. Diesen Tee zuckerte man aufgrund des unerwünschten Beigeschmacks.

Die Boston Tea Party
Englische Einwanderer brachten Ende des 17. Jahrhunderts den Tee mit in die USA. Im Laufe der Zeit gewann er auch hier immer mehr Liebhaber, besonders in den gehobenen Schichten, in denen damals Tea Partys veranstaltet wurden. Um 1760 stand Tee auf dem dritten Platz aller nach Neu-England importierten Güter. Darin suchte England, das durch den Siebenjährigen Krieg in eine Finanzkrise geraten war, eine neue Einnahmequelle. Der Tee wurde mit hohen Steuern belegt. Im ganzen Land war dies der Anlaß für heftiges Aufbegehren. Die East India Company (größte Teehandelsgesellschaft) veranlaßte daraufhin eine sofortige Steuerreduzierung. Zu spät, man sann auf Rache. Am 16. Dezember 1773 verkleideten sich Mitglieder der Freimaurerloge Saint Andrew in Boston als Mohikaner, enterten die im Hafen liegenden Schiffe der East India Company und warfen 342 Kisten Tee über Bord. Dieser Zwischenfall wurde ironisch als "Boston Tea Party" bezeichnet. Der Streit um die Besteuerung des Tees beschleunigte den Weg Amerikas in die Unabhängigkeit.

Tee in Japan
Im Jahre 552 nach Christus wird der Tee von buddhistischen Mönchen von China nach Japan gebracht. Andere Quellen sprechen davon, daß im Jahre 801 nach Christus die Mönche Saicho und Kukai die ersten Teesamen von China nach Japan gebracht haben sollen. Bald versah man den Teegenuß mit einer bis ins Detail festgelegten Zeremonie. Der Begriff "Teeismus", der viel später entstand, bezeichnet die fast religiöse Verehrung der Japaner für Tee. Die Teezeremonie wurde in den Zen-Klöstern entwickelt. Die Zen-Meister erkannten, daß die Teezubereitung eine wertvolle Übung auf dem Weg zur Erleuchtung sein konnte.

Tee wird zur Ware Während der prunkvollen T´ang Dynastie (618-907 n. Chr.) wurde der Tee in China zu einer verbreiteten Handelsware. Der Tee fand so Zugang zu allen Gesellschaftsschichten und blieb nicht länger den gehobenen Klassen und dem Klerus vorbehalten.

Teezeremonie und die "Heilige Schrift" des Tees
Im Laufe der Zeit wurde die Kunst der Teezubereitung immer weiter verfeinert. Der Kaiser Hui-tsung (1101-1126) wurde aufgrund seiner außergewöhnlichen Begabung für die Kunst des Teezeremoniells bewundert. Man las sein "Kuan ch´a lün" (Abhandlung über den Tee) mit Begeisterung. Dieses Werk wurde die "Heilige Schrift" der Teeliebhaber.

Tee als Zeichen von Freundschaft
In ganz Asien war Tee bereits lange vor unserer Zeitrechnung ein Zeichen für Freundschaft, Geselligkeit und Harmonie. So wurde beispielsweise jeder Gast mit einer Tasse Tee begrüßt

Bildquelle: Ostfriesland-Abisz - Copyright
Mit freundlicher Unterstützung der Firma Teekanne


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