Teeanbau

Tee aus Indien

Darjeeling
Darjeeling ist eine Stadt im Staat Westbengalen in Indien, nach der das berühmte Teeanbaugebiet benannt wurde. Sie liegt auf einer Vorkette des östlichen Himalajas ca. 2185 m über NN und nordwestlich von Assam. Darjeeling ist bekannt für feinste Teesorten. Die Darjeeling-Plantagen liegen 2000 m hoch an den Südhängen des Himalaya-Gebirges. Hier wachsen, begünstigt durch kühle Nächte und intensive Gebirgssonne, die edelsten und kostbarsten Tees der Welt. Der naturbedingte langsamere Blattwuchs verleiht ihnen ein besonders intensives, liebliches Aroma. Zwei Sorten werden unterschieden: die Frühlingspflückung (first flush) und die Sommerpflückung (second flush). First flush: leicht, blumig, heller Aufguß Second flush: schwerer, kräftiger und würziger im Aufguß als der First flush, besitzt ein hocharomatisches Muscatel-Flavour. Übrigens: Zwei der ältesten Pflanzungen in Darjeeling, "Steintal" und "Happy Valley", sind vor langer Zeit von deutschen Missionaren oder Einsiedlern gegründet worden.

Assam
Assam, ein Staat Indiens, umfaßt das breite Niederungsland des Brahmaputra zwischen seinem Austritt aus dem Gebirge und der Biegung nach Süden. Im Norden wird es von den Ketten des östlichen Himalajas begrenzt. Aus der Ebene erheben sich die bis zu 2100 m hohen Assamberge. Die Wirtschaft Assams beruht auf dem Teeanbau, besonders im Hügelland und am Abhang des Himalajas. Assam ist das größte zusammenhängende Teeanbaugebiet der Welt. Geschmack: schwere, gehaltvolle Tees, würzig, dunkler Aufguß.

Dooars
Eine indische Provinz westlich von Assam, die von den natürlichen Gegebenheiten her mit dem Assam-Distrikt zu vergleichen ist und deren Tees auch dem Assam-Tee ähneln. Übrigens: Das Anbaugebiet Dooars ist dreimal so groß wie das bekannte Darjeeling-Gebiet!

Nilgiri
Ein bedeutendes Anbaugebiet im Südwesten Indiens. Hier und auf der benachbarten Anamalai- und Mudi-Hochebene wird ein Tee geerntet, der dem Ceylon-Tee ähnlich ist. Geschmack: Etwas herb, goldener Aufguß, fruchtig.

Tee aus Afrika

Kenia liegt in Ostafrika beiderseits des Äquators und besitzt eine ca. 400 km lange Küste am Indischen Ozean. Von dieser Küste steigt das Land allmählich bis auf 1500-2000 m an. Das Hochland trägt fruchtbare vulkanische Böden. Das Aberdare-Gebirge überragt das Hochland im südlichen Teil. Es bildet den Ostrand des Ostafrikanischen Grabens, an dessen beiden Seiten in Lagen über 1000 Meter 800 bis 1900 mm Niederschlag pro Jahr fallen. (Als Vergleich: Der Niederschlag beträgt in Deutschland pro Jahr 766 mm). Zwischen 1921 und 1925 wurden hier die großen Teeplantagen Kenias angelegt, die noch heute führend in der Teeproduktion sind.Geschmack: sehr kräftig, würzig, rauchig, kupferfarbener bis heller Aufguß, reich an Gerbsäure. Kenia-Tees ähneln ein wenig den Ceylon-Tees.
Teeladen - Teegeschirr in Leer
Tee aus Indonesien

Java
Auf Java, der kleineren der Großen Sundainseln mit tropischem Klima, ziehen sich die Teeplantagen von Ost nach West durch die Insel auf den Vulkanböden des Pengalengan-Plateaus. Der Tee ist fruchtig im Geschmack, hell im Aufguß, mit vielen "tips" (Blattspitzen junger Blätter).

Sumatra
Sumatra, die zweitgrößte Insel des Malaiischen Archipels, liegt im Gebiet des Äquators mit tropischem Klima und meist ganzjährigen Niederschlägen. An der Westküste erstrecken sich steil abfallend das südliche Barisa- und nördlich daran anschließend das Pegunungan-Gebirge vulkanischen Ursprungs mit einzelnen noch tätigen Vulkanen. Die Teeplantagen sind hier im Gebiet des ursprünglichen tropischen Regenwaldes angelegt. Im Nordosten, am Ostrand des Gebirges, findet sich noch ein kleineres Teeanbaugebiet in der Nähe von Deli und Medan. Geerntet wird hauptsächlich ein guter Mischtee von ganzjähriger Stabilität



Bildquelle: Ostfriesland-Abisz - Copyright

Mit freundlicher Unterstützung der Firma Teekanne

Tee aus China

China war bis ins 19. Jahrhundert der einzige Tee-Exporteur weltweit. Heute ist China nach Ceylon zweitgrößter Exporteur und führt ein Drittel des erzeugten Tees aus. Der Tee wird in allen südlichen und mittleren Provinzen, größtenteils in Großplantagen, angebaut. Das chinesische Teeangebot ist sehr vielfältig, es reicht von Schwarzteesorten über halbfermentierten Oolong bis zu grünem Tee. Aufgrund der Vielfalt der Teesorten gibt es in China die unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen.

Tee aus Ceylon

Spricht man über Tee aus Ceylon, so sagt man: "Er steht golden in der Tasse." Der offizielle Name für die Insel ist heute Sri Lanka, der Name Ceylon ist jedoch nachwievor unverwechselbar mit Tee verbunden. Tee wurde in Ceylon erstmals vor rund 130 Jahren angebaut, nachdem 1867 die Kaffeepest die riesigen Kaffeeplantagen vernichtet hatte. Ceylon (Sri Lanka) ist eine Insel im Indischen Ozean, der östlichen Seite der Südspitze Indiens vorgelagert. Im südlichen Teil der Insel erhebt sich im Innern das Hochland von Nuwara Eliya mit seiner höchsten Erhebung von 2525 m (Adam´s Peak). Im Osten des Hochlandes liegt das Gebiet von Uva, im Westen und Norden das von Dimbula und Dickoya. Die Erntezeit auf Ceylon ist ganzjährig. Die besten Qualitäten im Osten (Uva) werden in der dortigen Trockenzeit von Juni bis September erreicht, während im Westen der Monsun den Regen bringt. Umgekehrt werden im Westen (Dimbula und Dickoya) die besten Qualitäten in der trockenen Zeit von Dezember bis März erzielt, während der Monsunregen im Osten fällt. Der Geschmack ist etwas herb, der Aufguß golden. Der Tee aus der Nuwara-Eliya-Hochebene zeichnet sich durch einen kupferroten Aufguß aus.

Tee aus Formosa

Auf Formosa (heute Taiwan) wird seit mehr als 300 Jahren Tee angebaut. Die Hauptanbaugebiete liegen in den Regionen um Taipai, Taoyuand und Hsinchu, außerdem in den nördlich gelegenen Höhenzügen. Geerntet wird sechsmal im Jahr. Bei Teekennern werden vor allem die Oolong Tees geschätzt, deren Herstellung sehr aufwendig ist, jedoch einen qualitativ hochwertigen Tee erzeugt. Diese Tees, die nur in geringer Menge zur Verfügung stehen, erzielen Höchstpreise bei Kennern und Teeliebhabern.


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